Blog Digitalisierung im Sport

Digitalisierung im Sport

Nachdem wir euch im letzten Blogbeitrag "Bewegungsmangel und Folgen des Sport-Lockdowns" auf die Wichtigkeit digitaler Vernetzung und virtueller Online-Sportangebote aufmerksam gemacht haben, möchten wir im folgenden Beitrag ein Phänomen beleuchten, dass wir leider bei vielen Vereinen im pandemie bedingten Sport-Lockdown beobachten. Gemeint ist das voranschreitende "Vereinssterben" des letzten Jahrzehnts.

Fehlender technologischer Fortschritt fördert das Vereinssterben in Deutschland

Vereine stehen für Gemeinschaftssinn, soziale Verbundenheit und gesellschaftliches Engagement. Dabei sind sie innerhalb der Kommunen und Städten auf bürgerschaftliche Mitarbeit und die Unterstützung von Ehrenamtlern angewiesen.

Seit 2006 sind, laut ZiviZ gGmbH im Stifterverband und des ZiviZ-Survey, bereits 15.547 Vereine in ländlichen Regionen aufgelöst und aus den Vereinsregistern gelöscht. Gebietsweise kam es zu Zusammenschlüssen einzelner Vereine, die ihre Einzugsgebiete erweitern wollen, um ihr Überleben zu sichern.

Sportangebote in örtlichen Vereinen sind altersspezifisch und damit generationsübergreifend. Auch traditionelle Vereinen müssen ihre Organisation prüfen um künftig "moderner" zu denken und flexibler zu handeln. Nur so können alle Generationen, Kinder und Jugendliche sowie deren Eltern erreicht werden.

Besonders altbewährte und ortsansässige Vereine und deren Vorstände sind aufgerufen umdenken und alte Strukturen zu verlassen, um mit ihren regionalen Angeboten attraktiv und wettbewerbsfähig zu bleiben. Andernfalls werden weiterhin junge Erwachsene abwandern und eher städtische Angebote wahrnehmen, da dort die Vielfalt größer ist als auf dem Land.

Das Vereinssterben kann nur durch das Beibehalten aktiver Mitgliedschaften und dem Zuwachs neuer Mitglieder aufgehalten werden. Weiterentwicklung ist keine Einbahnstrasse und funktioniert nur in zwei Richtungen. Das bedeutet, dass ältere Vereinsmitglieder und darunter in erster Linie die Vorstände jetzt in Führung gehen müssen, damit die jüngeren Generationen mit entsprechende Angeboten versorgt werden und der "Nachwuchs" gesichert ist.

Digitalisierung schafft Vernetzung in der modernen Welt

Vereine sollte nicht darüber nachdenken "ob" sie einen Schritt in die Digitalisierung machen, sondern viel mehr "wie" sie die ersten Schritt umsetzen können, um digitale Technologien in das Vereinsleben zu integrieren und für ihre Ziele nutzbar zu machen. Keineswegs geht es nur darum analoge in digitale Angebote umzuwandeln. Gemeint ist damit ein nicht aufzuhaltender Veränderungsprozess den digitale Transformation als wertvolle "ergänzende Variante" im Sportleben zu verstehen.

Digitalisierung im Sport erleichtert beidseitige Kontaktaufnahme, optimiert interne Arbeitsabläufe, eröffnet neue Kommunikationswege und schafft vor allem "Sichtbarkeit". Vereine werden wieder neu wahrgenommen, insbesonders von der Generation junger Sportler, die digitale Informationssuche und Vernetzung als selbstverständlichen Teil des alltäglichen Lebens unserer modernen Welt erachten.

Die Staatsministerin im Bundeskanzleramt und Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung, Dorothee Bär appellierte: "Digitaler Fortschritt erleichtert es Ehrenamtlichen, sich zu engagieren und Mitstreiter zu gewinnen. Es ist wichtig, dass Vereine die Chancen digitaler Technologien für gute Zwecke nutzen können – gerade auch um junge Menschen besser zu erreichen."

Online-Trainingsangebote sind im Sport-Lockdown eine geschätzte virtuelle Alternative geworden

Während der Individual- und Breitensport der flächendeckend unter den Schließungen der Sportanlagen und Sportzentren gelitten, so hat im Gegenzug der digitale Wandel während der Corona-Krise in Deutschland einen "ordentlichen Aufwind" erfahren.

In der Zeit der Pandemie sind einige Sportbegeisterte und ambitionierte Sporttrainer dazu übergegangen, Sportangebote "virtuell anzubieten". Entstanden sind zahlreiche "digitale @home-Angebote" wie Body-Workouts, Hanteltrainings, Hula-Hoop-Trainings bis hin zu Yoga-online-Sessions und vieles mehr.

Die Rückkehr in den Sport steht in den "Startlöchern"

Noch nie zuvor gab es wahrscheinlich so viele Menschen, die sehnsüchtig auf die Öffnung der Sportangebote warten, wie aktuell. Sportanbieter, Sportvereine und Sportverbände sollten die Zeit nutzen und die Chance ergreifen, sich zu positionieren und jetzt mit "mit an die Startlinie" zu stellen.

Sportvereine können ihre analogen wie digitalen Online Sport-Angebote veröffentlichen, ihre Mitglieder, Trainer und neue Kursteilnehmer informieren, wenn sie ihren regulären Sportbetrieb nach dem Lockdown wieder aufnehmen.

Digitalisierung als Herausforderung und Chance für die Wiederaufnahme der Sportangebote

Sportanbieter profitieren davon, ihre Sport- und Bewegungsangebote öffentlich auf Sportstandort24 online zugänglich zu machen. Sportler und Sportbegeisterte profitieren davon, über alle regionale und deutschlandweiten Anbieter und Angebote informiert zu sein.

Interessierte Sportvereine können schon jetzt von diesem neuen digitalen Angebot profitieren, um mit ihren Mitgliedern in Kontakt zu bleiben und diese zeitnah über alle lang- und kurzfristigen Änderungen zu informieren. Auch digitale Sportangebote gewannen in der Corona-Krise zunehmend an Bedeutung und Wachstum, daher können auch diese dort zusätzlich platziert werden.

In naher Zukunft sollen auch Sponsoren:innen, Trainer:innen, Übungsleiter:innen, Sport-Coaches und andere Anbieter "rund um das Thema Sport" die Möglichkeit bekommen, sich auf der Plattform zu präsentieren.

Der digitale Wandel hält jetzt auch im Sportbereich Einzug

Sportstandort24 hat sich zur Aufgabe gemacht, allen Sportanbietern und Sportvereinen, den "Weg in die Digitalisierung" zu ermöglichen. Dazu sind die Gründer mit Ihrer Idee in den direkten Austausch gegangen und haben mit Vereinen in ländlichen Regionen gesprochen, um herauszufinden wo die Bedarfe der Vereine sind. Sie haben gefragt, was Vereine an Unterstützung benötigen, um die Gratwanderung, zwischen dem demografischen Wandel einer alternden Bevölkerung und dem Sprung in die digitale Welt unserer modernen Gesellschaft zu schaffen. Entstanden ist nach einem Jahr Entwicklungszeit eine geniale digitale Lösung – die es bislang in der Sportwelt in der Form noch nicht gibt.

Einige Städte und Sportverbände haben bereits den ersten Schritt gemacht, ihre Sportangebote über die Webseite Sportstandort24 einzustellen. Diese sind nun jederzeit rund um die Uhr über die Plattform, wie auch über die dazugehörige App - für die mobile Nutzung per Smartphone und Tablet - für aktive und künftige Mitglieder erreichbar.

Abschließend möchten einen beherzten Appell an die Vereinswelt senden: "Denken Sie nicht mehr darüber nach, wie der digitale Wandel gelingen kann, sondern machen Sie einfach den ersten Schritt! Jeder neue Weg, beginnt mit dem ersten Schritt. In einer sich stetig wandelnde Welt, braucht es Anpassungsfähigkeit und Probierfreude sowie eine Portion Offenheit, Neugier und Mut. So kann Ihnen die digitale Transformation gelingen und einen Mehrwert schaffen, für alle Beteiligten der Vereins- und Sportwelten!"

Digitalisierung im Sport
Ein Beitrag von Sandra Waldermann-Scherhak
(Heilpraktikerin Psych. & Gesundheits-Coach, lfd. Studium Gesundheitspsychologie / Medizinpädagogik, FOM Düsseldorf)
Datum: 13.05.2021
Kategorie: Allgemeines
Lesezeit: ca. 5 Minuten
Linktipps

ZiviZ gGmbH, Berlin, Vereinsleben in Ländlichen Regionen – Digitalisierung als Chance, 2020:
https://www.ziviz.de/landdigital
(Aufruf 10.05.2021)

Bertelsmann-Stiftung, Digitalisierung in deutschen Unternehmen: Ohne Mut zum Ausprobieren geht es nicht; Studie 17.09.2020:
https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/themen/aktuelle-meldungen/2020/september/digitalisierung-in-deutschen-unternehmen-ohne-mut-zum-ausprobieren-geht-es-nicht
(Aufruf 10.05.2021)