Blog Motivation und Ziele für mehr Sport und Bewegung

Motivation und Ziele für mehr Sport und Bewegung

In zwei Blogbeiträgen in denen wir euch zum Thema "Sport und Bewegung" und "Sport und Ernährung" informiert haben, möchten wir im aktuellen Beitrag darüber berichten, wie Ihr motiviert Eure Ziele erreichen könnt.

Motivation und Ziele sind bedeutsam, was die Performance und die Regelmäßigkeit des Sport betrifft. Ziele bilden einen zentralen Mittelpunkt von Motivationsprozessen.

Facts:

"Die Motivationspsychologie befasst sich damit, Richtung, Ausdauer und Intensität von Verhalten zu erklären. Dabei ist der motivationspsychologische Zugriff dadurch charakterisiert, dass angestrebte Zielzustände und das, was sie attraktiv macht, die erklärenden Größen sind"
(Rheinberg, 2006, S. 16)

Um Motivation auszulösen, ist allerdings nicht nur eine bestimmte Tätigkeit wichtig die wir anstreben, sondern auch dementsprechende Zielzustände, die bestimmte Emotionen in uns auslösen. Dieses "Grundgefühl" bildet dann den Anreiz für ein bestimmtes Verhalten und initiiert Handlungen.

Die Motivationspsychologie beschäftigt sich mit der Wünschbarkeit und der Machbarkeit von Zielen. Wie wichtig und erstrebenswert ist ein bestimmtes Ziel - und im Gegensatz dazu - die Wahrscheinlichkeit das Ziel zu erreichen oder an dem Vorsatz zu scheitern?

Motivation ist demnach ein Wechselprozess, der durch verschiedene situative Anreize, die negative oder positive Zielzustände versprechen, ausgelöst wird. Positive und negative Zielzustände besitzen Anreizcharakter Im Englischen spricht man von "incentives" oder "disincentives".

Wie Motivation im Sport gefördert wird

Hilfreich ist zu analysieren, welch positiv und negativ bewertete Zielzustände du hast – und aus der Bewertung der jeweiligen Zielzustände resultiert entweder dein "aktivierendes oder deaktivierendes Verhalten" zum Sport und zur Bewegung.

Kurz gesagt bedeutet das: Wenn du einen "Zielzustand positiv bewertest", wirst du aktiv werden und dich dem Ziel annähern. Im Gegenzug dazu, wenn du einen Zielzustand eher negativ bewertest, wirst du dich demzufolge vermeidend verhalten.

Facts:

"Motivation ist "eine aktivierende Ausrichtung des momentanen Lebensvollzugs auf einen positiv bewerteten Zielzustand".
(Rheinberg, 2002, S. 13)

Mache dir deine "positiven Zielzustände" bewusst

Spielen wir das ganze mal anhand des folgenden Beispiels durch. Du nimmst dir vor: "Ich werde zwei mal die Woche joggen!"

Jetzt finde alle positiven Zielzustände die deine Absicht stützen und schaue auch auf die Emotionen die sie auslösen.

"incentive" (positiv):
Ich empfinde‚ das ‚Gefühl ausgepowert zu sein‘ als angenehm oder ‚beim joggen im Wald genieße ich die Natur‘… ‚die frische Luft tut mir gut‘, ‚nach dem joggen schlafe ich viel besser‘, …‚regelmäßiges joggen hilft mir fit zu bleiben‘, ‚mein Blutdruck reguliert sich durchs joggen‘… etc.

Identifiziere "negative Zielzustände" als Barrieren

Im nächsten Schritt schaue auf die negativen Zielzustände. Anhand des Beispiels "joggen", könnte das wie folgt aussehen:

"disincentive" (negativ):
Das ‚Gefühl stark zu schwitzen‘ ist mir sehr unangenehm‚ ‚alleine joggen macht keinen Spaß‘, ,ich werde die Strecke nicht schaffen’ oder ‚ich habe nicht die richtigen Schuhwerk‘…‚beim joggen bekomme ich immer Seitenstechen‘, etc.

Jetzt Du - mache dir deine In- und Disincentives bewusst!

Wenn du magst, mache dir deine positiven und negativen Zielzustände anhand deines Sportverhaltens bewusst.

Nimm dazu 2 Zettel zur Hand und schreibe auf einen "Incentives" und auf den anderen "Disincentives". Dann schreibe wie in dem "joggen-Beispiel" die jeweiligen Gedanken und Gefühle dazu auf.

Dein Unterbewusstsein arbeitet dabei ganz stark mit… daher schreibe bitte alles auf – auch jedes noch so kleine "für und wider". Nur Dinge die dir bewusst sind, kannst du verändern.

Die Übung kann auch unbewusste Barrieren zum Vorschein bringen. Das was du als inneren Schweinehund kennst.

An welchen Disincentives kannst du etwas verändern?
Und mal ehrlich… an welchen Disincentives bist du wirklich gewillt etwas zu verändern?

Facts:

"Je mehr "Incentives" du für deine sportliche Aktivität findest, desto größer die Wahrscheinlichkeit das du die Motivation dafür aufbringen wirst!"

Du hast mehr positive und wenig negative angestrebte Zielzustände für deinen Sport gefunden? Dann freue dich!
Der Anreiz ist groß genug und die Umsetzung erscheint attraktiv. Somit wirst du dich deinen Zielen viel leichter annähern, als du glaubst.

Bis zum nächsten Blogbeitrag wünschen wir dir viel Erfolg beim Erkunden deiner Incentives und Disincentives. Und sollte dein innere Schweinehund, nicht ausreichend durch deine Incentives überzeugt sein, werden wir dir im nächsten Beitrag noch eine weitere Motivationsmethode zur Erreichung deiner sportlichen Ziele vorstellen.

Motivation und Ziele für mehr Sport und Bewegung
Ein Beitrag von Sandra Waldermann-Scherhak
(Heilpraktikerin Psych. & Gesundheits-Coach, lfd. Studium Gesundheitspsychologie/Medizinpädagogik, FOM Düsseldorf)
Datum: 23.05.2021
Kategorie: Motivation
Lesezeit: ca. 3 Minuten
Literatur
Rheinberg, F. (2006). Motivation (6. Aufl.). Stuttgart: Kohlhammer
Rheinberg, F. (2002). Motivation. Stuttgart: Kohlhammer.