Blog Sport nach überstandener COVID-19-Infektion

Sport nach überstandener COVID-19-Infektion

Seit über einem Jahr bestimmt die Corona-Pandemie und deren Folgen unsere alltägliche Welt. Auch die Sportwelt ist hart betroffen. Mit den flächendeckenden Maßnahmen zur Vermeidung von sozialen Kontakten kamen Sportverbote, welches zu Schließungen von Sportanlagen und Fitnesszentren führte.

Obgleich "Sport" präventiv (vorbeugend) und protektiv (schützend) für unseren Körper ist, und wir in der Coronakrise am meisten brauchen, um unseren Gesundheitszustand zu stabilisieren und unser Immunsystem zu stärken.

Denn eins steht fest:

"Je besser unsere körperliche und mentale Fitness, desto stärker arbeitet unser Immunsystem - und um so größer die Wahrscheinlichkeit, dass wir eine mögliche Virus-Infektion gut ‚abwehren‘ und eine Erkranknung ohne Langzeitfolgen bestmöglich ‚verstoffwechseln‘ können."

Bekannt ist, dass jeden eine SARS-CoV-2-Infektion treffen kann. Unbekannt dagegen sind noch die möglichen Langzeitfolgen die nach einer COVID-19-Erkrankung bleiben können. Damit beschäftigt sich die Wissenschaft in zahlreichen Studien, um künftige Vorraussagen über "Long-Covid" machen zu können.

Zum jetzigen Zeitpunkt ist bekannt, dass neben Geruchs- und Geschmackverlust auch körperliche Erschöpfung, Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Muskel- und Kopfschmerzen, Schwindelgefühle, kognitive Einschränkungen der Konzentration und Aufmerksamkeit - sowie insbesondere die Kurzatmigkeit zum symptomatischen Verlauf der COVID-19-Erkrankung zählen.

Risiken nach einer Covid-19-Erkrankung

Zuviel körperliche Anstrengung nach Covid-19-Erkrankung erhöht das Risiko eine "virale Myokarditis" (= infektiöse Herzmuskelentzündung) zu erleiden. Diese kann durch verschiedene Viren (z.B. Erkältungs-, Influenza- oder Masernviren) verursacht werden.

Damit keine langfristigen Schäden am Herzen entstehen, ist eine ausgiebige "Schonungszeit" unabdingbar. Ob SARS-CoV-2 auch eine viralen Myokarditis auslösen können, ist wissenschaftlich aktuell noch nicht bestätigt.

Wichtig:

Da neben dem Herz auch die Lunge vom Virus befallen wird, und diese beiden Organe beim Sport besonders beansprucht werden, ist der Schutz vor möglichen Folge- und Langzeitschäden besonders wichtig!

Experten empfehlen eine ausreichend lange Schonungsphase nach einer durchgemachten SARS-CoV-2-Infektion. Selbst dann wenn der Verlauf milde war.

"Virusfrei" heisst nicht unbedingt "Genesen zu sein"

Doch "frei vom Virus" zu sein und nicht mehr akut behandelt zu werden, heißt nicht gleich auch "genesen zu sein". Viele Betroffene berichten, auch nach einer überstandenen Infektion noch unter weiter anhaltenden Symptomen zu leiden, und sind im normalen Alltag - mehr oder weniger - stark beeinträchtigt.

Facts:

Je nach Verlauf, solltest du ab dem "Zeitpunkt des Auftretens der Symptome" mindestens zwei Wochen besser noch bis zu vier Wochen auf Sport verzichten.

Wenn du dich nach einer COVID-19-Erkrankung erholt hast und nach ca. 14 Tagen "frei von Symtpomen" bist, solltest du es dennoch mit dem Sport langsam angehen lassen.

Bei der Wiederaufnahme deines Sports solltest du zunächst mit höchstens 50% deines gewohnten Trainingsumfangs beginnen. Die Intensität kannst du ‚Step-by-Step‘ erhöhen.

Hier wichtige Tipps für deinen Sport-Wiedereinstieg:

  • Bedenke, dass Menschen individuell sind und demnach auch der eigene Krankheits- und Gesundungsprozess!
  • Vergleiche dich nicht mit den Erfahrungen anderer oder mit Fallberichten und Statistiken. Bei dir kann es anders sein!
  • Sei bitte geduldig. Starte lieber später – und nicht zu früh.
  • Vermeide Überforderung: das ist kontraproduktiv für dein Immunsystem und stoppt die Regeneration deines Körpers.
  • Achte bitte unbedingt auf die Signale deines Körpers.
  • Sei achtsam und akzeptiere deine persönlichen Grenzen.
  • Gib dir Zeit, dein Trainingslevel wieder zu erreichen.
  • Motiviere dich weiterzumachen und sei bereit auch "neu anzufangen".
  • Setze dir neue Ziele: herausfordernd - aber erreichbar!
  • Gönne dir Erholungspausen um neue Enerige zu sammeln.
  • Schaue nicht auf das, was alles noch nicht geht, sondern setze deinen Fokus "auf das was du schon schaffst"!
  • Erfreue dich an Teil-Erfolgen …und das wichtigste.
  • Spüre einfach Freude und Spaß bei dem was Du tust!

Was du noch für deine Gesundheit tun kannst

Unser Immunsystem mag "positive Gefühle", die ebenso wichtig sind, wie körperliche Bewegung. Körper, Geist und Seele sind einzelne Ebenen die eine Einheit bilden – und sich einander beeinflussen und bedingen.

Mache dich "körperlich, mental und emotional" wieder fit. Einfach in dem du dir bewusst machst, womit du "alle deine Ebenen" stärken kannst:

  • Körper: mit Bewegung und gesunder Nahrung
  • Geist: mit positiven Gedanken (z.B. "Ich schaffe… das!)
  • Seele: mit positven Gefühlen (z.B. "Ich erfreue mich, an…!")

Vertraue darauf, dass du nach deiner vollständigen Genesungszeit, die ebenfalls ein persönliches Tempo bedarf wieder zu deiner gewünschten Performance zurückfindest.

Sport nach überstandener COVID-19-Infektion?
Ein Beitrag von Sandra Waldermann-Scherhak
(Heilpraktikerin Psych. & Gesundheits-Coach, lfd. Studium Gesundheitspsychologie / Medizinpädagogik, FOM Düsseldorf)
Datum: 18.04.2021
Kategorie: Sport und Corona
Lesezeit: ca. 5 Minuten